Kategorie: soziale Angst
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In der Tagesklinik
Diese kleine Zeichnung ist im Aufenthaltsraum der Tagesklinik entstanden. Dort treffen wir uns morgens zur Morgenrunde, um gemeinsam den Tag zu beginnen und hier findet auch der Tagesabschluss statt. In den Pausen kann man hier oder im Esszimmer nebenan sitzen – wo es manchmal lauter als auf einem Bahnhof zugeht. Wir haben außerdem einen kleinen…
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Wieder Dienstag – und doch so anders
Zwischen den Jahren habe ich einen neuen Pfad auf meinem Therapieweg eingeschlagen. Nach einiger Zeit als Tagespatientin auf meiner alten Station bin ich seit heute Patientin in der Tagesklinik auf demselben Klinikgelände. Räumlich habe ich mich definitiv verschlechtert – aus den Fenstern der alten Station hatte man so einen herrlich weiten Blick. Ich habe die…
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Rückblickend hinein in die Zukunft

Im der letzten Woche ist in mir und mit mir so unendlich viel vorgegangen, dass ich fast das Gefühl habe, ich sei heute ein anderer Mensch. Der Vorhang, der so lange um mich herum hing, ist gefallen und es gelingt mir immer besser, mit anderen Menschen zu sprechen – zumindest mit meinen Mitpatienten hier, die…
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Kommunikation mit Krückstock
Bei uns in der Klinik grassiert ein hoch ansteckendes Virus – das Häkeln und Stricken. Dabei können wir Suchtelnden uns immerhin darauf berufen, dass wir mit unserer Handarbeit gleichzeitig auch an unserer Genesung basteln: Gerade beim Strickenlernen oder aber beim Erfinden oder Nachstricken verschiedener Muster trainieren wir unser Gehirn, die Koordination und die Konzentration. Zudem…
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Tatarataa
Heute endlich habe ich es erstmals geschafft, am Dienstäglichen Gemeinschaftsabend teilzunehmen. Ich klopfe mir lobend auf die eigene Schulter. Ich bin die Sache diesmal strategisch planvoll angegangen: so spät wie möglich zum Abendessen gekommen. Dann hatte ich Tischdienst und musste sowieso zurück in den Ess-/Gemeinschaftsraum, um die Tische abzuwischen; habe mich dann mit dem Häkelzeug…
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Portraitzeichenkurs
Der im letzten Artikel beschriebene Volkshochschulkurs hatte den großen Nachteil, dass der Raum extrem klein war, die Teilnehmenden ganz dicht beieinander saßen und jeder dem anderen auf das Blatt gucken konnte. Ich denke, dass nicht nur ich mich in solchen Situationen sehr unwohl fühle. Es gab aber einen Zeichenkurs, den ich recht lange und regelmäßig…
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Wieder Dienstag
Heute war wieder einmal Oberarztvisite, die ich diesmal ganz gut, wenn auch nicht glanzvoll überstanden habe. Das lag auch daran, dass ich vorher keine Zeit hatte, mir bange Gedanken zu machen – ich hatte erst Ergotherapie, die mich innerlich sehr stabilisiert und ausgleicht. Dann musste ich schnell mein Mittagessen in mich hineinstopfen, damit ich pünktlich…
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Neue Station – Woche 1
Sobald ich den Internetverzicht freiwillig beschlossen hatte, fiel mir die Blogpause gar nicht so schwer. Ich kann es nur überhaupt nicht vertragen, zu irgendwelchen Dingen von Menschen oder Umständen gezwungen zu werden. Sofort meldet sich bei mir das stechende Gefühl des Erniedrigtwerdens. Nun bin ich fast schon eine Woche lang auf der neuen Station. Bin…
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Zwischen den Stationen
Endlich habe ich die Akutstation für die Härtefälle hinter mir. Ich bin erleichtert. Ich fühle mich aber auch unwohl bei dem Gedanken, dass einzig ich das Privileg habe, auf eine ruhigere Station zu kommen, andere aber bleiben müssen. Womit habe ich diese Besserstellung verdient? Bin ich arrogant, dass ich nicht den Patientinnen und Patienten meiner…
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Reissverschlussgesicht
Das Gefühl, mein Mund sei wie verklebt und es will einfach kein Wort aus mir kommen, ist ja nicht neu. Im Februar 2016 hatte ich ein paar wenig schmeichelhafte Reissverschlussbilder hingekliert, die ich hier in der Fotomediathek gefunden habe. Wobei das Bild des Reißverschlusses nicht ganz treffend ist – einen Reißverschluss kann man ja…
