Myriades Impulswerkstatt. Nachmittag im Park

Ich versuche – mal wieder – mehr oder weniger erfolgreich – die Ansprüche ans eigene Sein und Tun zu senken, den Gegebenheiten anzupassen. Bringt ja nichts, sich selbst zu kasteien, wenn die Energie fehlt, die Kraft, der Elan. Ist halt nicht alles nur eine Frage des Willens. Kein Beinbruch also, wenn ich in diesem Frühjahr viel zu selten mit meiner Kamera unterwegs bin, um das Entfalten der Natur fotografisch zu begleiten.

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Auch wenn jetzt, genau jetzt, die beste Zeit dafür wäre? Nicht so schlimm?

Nicht so schlimm? Wirklich? Nicht so schlimm? Heißt es nicht: genieße das Leben, nutze deine Zeit, lebe im Heute, als wäre es dein letzter Tag? Wie oft im Leben bleibt dir noch die Gelegenheit, das Frühlingserwachen zu beobachten? Weißt du es denn? Was für eine Vergeudung deiner Lebenszeit, findet deine innere Antreiberin. Die hat immer noch die lauteste Stimme von allen. Trotz aller Innenschau und Therapie fühlt sie sich stark wie eh und je. Muckies hat sie, eisenhart, aus Stahl. Die putzt dich runter in Rekordzeit.

Doch halt! Du selbst bist es, die du auf dich eindrischst. Höre auf! Sei lieb zu dir! Liebe dich! Guck! Schau: du hast es heute aus dem Haus geschafft, aus eigenem Antrieb. Du sitzt am Nachmittag im Park, in der schon wärmenden Sonne, die Picknickdecke ausgebreitet, mit den Buntstiften skizzelnd. Immerhin. Ja, immerhin. Das ist doch mehr als nichts. Oder nicht?

Trotzdem! Die vorigen Jahre hast du Anteil genommen am Entknospen der Bäume, beobachtet, wie sich Blätter und Blüten entfalten. Und dieses Jahr? Der schöne Kastanienbaum, dort hinten, im Park, scheint meilenweit entfernt und unerreichbar. Dein immer runder werdende Hintern bleibt auf der Decke kleben.

Ob die Kastanienknospen schon treiben?

Das ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt für den März/April zu Foto 2 (das copyright dafür liegt bei Myriade).

This is a contribution to Myriade’s impulse workshop for March/April on photo 2 (copyright belongs to Myriade).

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Once again, I try – more or less successfully – to lower the demands on my own being and doing, to adapt to the circumstances. There’s no point in mortifying yourself if you don’t have the energy, the strength, the verve. It’s not all a question of will. So it’s no big deal if I’m out and about with my camera far too seldom this spring to photograph the unfolding of nature.

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Even though now, right now, would be the best time? Not so bad?

Not so bad? Really? Not that bad? Isn’t the saying: enjoy life, make the most of your time, live in today as if it were your last day? How many times in your life do you have the opportunity to observe the spring awakening? Do you know? What a waste of your life time, your inner driver thinks. She still has the loudest voice of all. Despite all the introspection and therapy, she feels as strong as ever. She’s got muscles, hard as iron, made of steel. She’ll wear you down in record time.

But stop! It’s yourself you’re beating up. Stop it! Be kind to yourself! Love yourself! Look! Look: you made it out of the house today, of your own accord. You sit in the park in the afternoon, in the already warming sun, your picnic blanket spread out, sketching with your crayons. After all. Yes, after all. That’s more than nothing. Isn’t it?

Nevertheless! The previous years you took part in the opening of the buds on the trees, watched the leaves and blossoms unfold. And this year? The beautiful chestnut tree, back there in the park, seems miles away and out of reach. Your ever-rounding bottom remains glued to the picnic blanket.

Whether the chestnut buds are already sprouting?

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Autor: Ines Udelnow

Portraitzeichnungen, Zeichnungen aus der Natur und Naturfotografie

10 thoughts

  1. Diesen inneren Dialog kenne ich allzu gut, liebe Ines! Aber alles hat seine Zeit und wie immer ist es wichtig einen Ausgleich zu allen seinen Bedürfnissen zu schaffen.
    Mir geht es auch gerade sehr ähnlich. Aber ich habe auf meinen Körper gehört und mir ganz viel Ruhe gegönnt, um wieder Kraft zu sammeln. Dann geht es wieder los mit Elan… Alles ebe zu seiner Zeit.
    Dir alles Liebe ❤️

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  2. Die Gelassenheit nimmt die Antreiberin an die Hand und bittet sie, sich ein wenig zurückzuhalten, denn die Ines macht das schon! „Ach so“, sagt die Antreiberin und erkennt, Lebenszeit wird nicht vergeudet, solange die Eigenliebe sich entfalten darf.💝

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  3. Ganz herzlichen Dank für diesen authentischen Text, in dem die Überlegungen in der Auseinandersetzung mit dir selbst so gut nachvollziehbar sind. Ich mag auch die Zeichnung: oben in den Bäumen ist es windig, luftig und frei, unten – so kommt mir vor – rücken die Menschen näher zueinander. Eine angenehme Atmosphäre im Park …

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