Zwischen Vogelgesang und Sturzflug – Frühling im Wedding

Der Park hat seine Stimme wiedergefunden.

Noch vor wenigen Wochen war es still zwischen den kahlen Ästen, jetzt trägt die Luft Gesang. Aus allen Richtungen antworten sich die Vögel, und mit jedem Tag wird es dichter, lebendiger, unüberhörbarer.


Eine der spannendsten Zeiten des Jahres ist in vollem Gange. Mit jedem Tag entfaltet sich die Natur ein Stück weiter: Es sprießt und blüht am Boden, in den Sträuchern und hoch oben in den Bäumen. Und überall liegt Gesang in der Luft.

Besonders die Singdrosseln geben derzeit den Ton an in meinem Park um die Ecke. Ihre klaren, weit tragenden Strophen hallen durch das Gelände. Manche sind aus südlicheren Regionen zurückgekehrt, andere waren vielleicht den ganzen Winter über hier – jetzt aber sind sie unüberhörbar präsent. Es wird gesungen, was das Zeug hält: Reviere werden abgesteckt, und wer Glück hat, lockt mit seinem Vortrag eine Partnerin an.


Die Blaumeisen haben sich längst zusammengefunden und sind mitten im Frühjahrsputz. Unermüdlich fliegen sie hin und her. Altes Nistmaterial wird aus dem Kasten entfernt, bevor frisches eingetragen wird – die Vorbereitungen für die Brut laufen auf Hochtouren.

Blaumeise trägt altes Nistmaterial aus dem Nistkasten
Blaumeise trägt altes Nistmaterial aus dem Nistkasten


Auch die Mäusebussarde konnte ich in der vergangenen Woche wieder beobachten. Der dritte Kompagnon, der neulich noch die Zweisamkeit gestört hatte, ist verschwunden – das Paar ist wieder unter sich. Ein gutes Bild von ihnen habe ich allerdings noch nicht bekommen. Ich bin zu langsam. Noch bevor ich eine Stelle finde, von der aus ich durch die Zweige einen freien Blick habe, haben sie längst den Baum gewechselt.

Bei den Habichten scheint die Eiablage erfolgt zu sein; es ist ruhiger um sie geworden. Häufig sitzt das Weibchen im Horst. Das Männchen lässt sich gelegentlich auf einem hohen Ast in der Nähe beobachten, wachsam, den Horst im Blick.

Letzte Woche hatte ich das große Glück, den Terzel bei einem Sturzflug zu beobachten: Mit hoher Geschwindigkeit ging er auf eine Beute am Boden nieder. Für einen kurzen Moment hockte er dort, dann schwang er sich wieder auf. Zurück blieben nur ein paar Federn.

Beobachten konnte ich ihn nur durch dichtes Gestrüpp, daher sind die Aufnahmen unscharf. Ich zeige sie dennoch zur Dokumentation.


Danach verlor ich ihn aus den Augen. Vermutlich trug er die Beute in die Nähe des Horstes, um sie dort für das Weibchen abzulegen, das diesen während der Brutzeit nur selten verlässt. Währenddessen hält sich der Terzel meist in der Umgebung auf, behält alles im Blick und übernimmt gelegentlich auch die Bewachung, wenn das Weibchen kurz abwesend ist.

Weitere Vögel, von denen ich in dieser Woche Bilder mitgebracht habe: Eichelhäher, die sich an den Ahornblüten bedienen, eine kecke Schwanzmeise, ein Buntspecht, ein Stieglitz sowie ein singender Buchfink.

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