Kategorie: Klinik
-
Tatarataa
Heute endlich habe ich es erstmals geschafft, am Dienstäglichen Gemeinschaftsabend teilzunehmen. Ich klopfe mir lobend auf die eigene Schulter. Ich bin die Sache diesmal strategisch planvoll angegangen: so spät wie möglich zum Abendessen gekommen. Dann hatte ich Tischdienst und musste sowieso zurück in den Ess-/Gemeinschaftsraum, um die Tische abzuwischen; habe mich dann mit dem Häkelzeug…
-
Zusammenringeln wie eine Katze …
Zusammenringeln wie eine Katze möcht ich mich. Weg sein, weg, fort und unaufspürbar. Auch weg von mir, von diesem Kern in mir, der mir so fremd ist, dass ich keinen Zugang zu ihm finde. Fest verschlossen ist mein Ich, das nur zum Vorschein kommt, wenn das Innere Kind in mir bockig ist. Dann habe ich…
-
Freitag, endlich! Behördentrauerspiele
Eine Kliniktherapiewoche ist herum, die für mich aus verschiedenen Gründen für mich besonders schwer war. Ich kann nicht so ganz in Detail gehen, nur kurz zusammengefasst: neben der Depression und der Angst begleiten mich auch schon seit langem Schmerzen. Ich habe den Verdacht, dass die Stimme der Depression für mein Gespür oft zu leise ist…
-
Fortschreiten, immer voran
Müde bin ich immer noch. Zweifle gerade wieder an Sinn und Erfolg der Krankenhaustherapie. Gerade weil es zur Zeit gefühlt langsam voran geht, um nicht sogar von Rückschritten zu sprechen. Heute hat mich wieder dieses Sprachtrotzmonster befallen. Während des Achtsamkeitsspaziergangs mit der eigentlich sympathischen Ergotherapeutin sprang dieses Monster in mich hinein, errichtete eine Mauer um…
-
Der vierte Dienstag
Eine erneute Woche ist vorbei. War dies schon mein vierter Dienstag hier auf dieser Station? Allmählich habe ich das Zeitgefühl verloren. Natürlich geht es mir besser als am Anfang. Dennoch habe ich das Gefühl, noch tief tief drin im Sumpf zu stecken. Momentan fehlt es mir auch an Optimismus, um an Besserung zu glauben, fühle…
-
Wieder Dienstag
Heute war wieder einmal Oberarztvisite, die ich diesmal ganz gut, wenn auch nicht glanzvoll überstanden habe. Das lag auch daran, dass ich vorher keine Zeit hatte, mir bange Gedanken zu machen – ich hatte erst Ergotherapie, die mich innerlich sehr stabilisiert und ausgleicht. Dann musste ich schnell mein Mittagessen in mich hineinstopfen, damit ich pünktlich…
-
Neue Station – Woche 1
Sobald ich den Internetverzicht freiwillig beschlossen hatte, fiel mir die Blogpause gar nicht so schwer. Ich kann es nur überhaupt nicht vertragen, zu irgendwelchen Dingen von Menschen oder Umständen gezwungen zu werden. Sofort meldet sich bei mir das stechende Gefühl des Erniedrigtwerdens. Nun bin ich fast schon eine Woche lang auf der neuen Station. Bin…
-
Ruhe
Statt mich zu ärgern, dass mein mobiles Internetvolumen wieder fast aufgebraucht ist, nehme ich es positiv und schließe ich mich Judy Blues Idee an – „Internetfasten“ nicht nur am Sonntag, sondern auch die folgenden Tage. Da ich nun endlich auf einer ruhigen Station angekommen bin, in der ich mich gut aufgehoben fühle, brauche ich diesen…
-
Fallen lassen
Ich bin müde, fühle mich vollkommen erschöpft und kann mir endlich erlauben, mich fallen zu lassen. Diese Ruhe hier – es ist so unfassbar friedlich! Wenn ich an die letzten Tage zurückdenke, kommt mir das Erlebte wie ein dunkler böser Traum vor. Die Aufnahme auf der ersten Station meiner Osyssee war richtig und notwendig, gar…
