Mittwochabend. Recht freundlich bitte!

Mich freundlich zu betrachten – das gehört zu den Dingen, die mir immer noch schwer fallen. Die Gründe sind vielschichtig, müssen an dieser Stelle aber nicht im Detail ausgebreitet werden.

Wie auch immer – ich habe mir als persönliche Herausforderung die Aufgabe gestellt, mindestens vier Wochen lang am Mittwoch ein nachsichtiges, fröhliches und mildes Selbstportrait zu zeichnen. Mich mehrere Minuten lang im Spiegel anzulächeln und zu zeichnen, ohne mir dabei eine Fratze zu schneiden, ist der nächste Schritt. Für heute habe ich es mir einfach gemacht und ein Foto als Vorlage genommen, das meine Tochter bei einem Herbstspaziergang aufgenommen hat. Die „physiognomische Ähnlichkeit“ müssen andere beurteilen – ich erscheine mir hier fremd, fremder als auf allen anderen Portraits der letzten Wochen; was aber wohl auch daran liegt, dass ich selbst mir sonst kaum auf diese Weile zulächele.

Autor: Leinwandartistin

Im Umbruch. Mit Pinsel, Zeichenstift und Fotoapparat auf der Suche nach mir selbst und einem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

24 thoughts

  1. Mir gelang es noch nie wirklich, ein fröhliches Gesicht zu malen. Jedenfalls war es so, dass wenn es ein Portrait einer anderen Person war welche lächelt, es mir irgendwie so gestellt vorkam, auch wenn die Person es nicht so empfand. Mich selbst könnte ich wohl nie so zeichnen. Dein Portrait sieht jedenfalls sehr authentisch aus. Sehr schön. LG

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    1. Anfangs ist es mir auch sehr schwer gefallen, mir fremde Menschen mit einem Lächeln zu zeichnen. Vielleicht ist es die Übung, dass ich das nun besser kann, vielleicht auch, dass ich zwar immer noch nicht ganz „gesund“ bin, aber schon wieder mehr Momente habe, in denen ich mich leicht und froh fühle. (Wahrscheinlich beides in Kombination)
      Der Moment, in dem das Foto entstand, das Vorlage für die Zeichnung war, war ein solcher Moment des Glücks. In diese Stimmung habe ich mich während des Zeichnens wieder versetzen können und so gelang mir dann wohl auch das Zeichnen eines authentischen Lächelns. Ehrlich gesagt hätte ich selbst nicht geglaubt, dass es mir so gut gelingt.
      Liebe Grüße
      Ines

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    1. Ganz lieben Dank, liebe Gerda. Ich habe in der Tat seit bei mir die Depression zum ersten Mal mit Wucht zuschlug, begonnen, mich wieder bewusster und bunter zu kleiden – allein schon aus Gründen der Selbsttherapie. Das habe ich nach dem Tod meiner Mutter im Mai ausgesetzt und mochte nur schwarz tragen. Zum Glück hatte ich „von früher“ noch genug schwarze Sachen, die mir noch passten.
      Seit dem Herbst lasse ich wieder Farben zu und in der Tat strahlen sich die Farben meiner positiv auf meine Seele aus. Interessante Zusammenhänge :-)
      Ich freue mich über Dein Lob und setze die Zuckerseiten-Reihe mit noch größerem Vergnügen fort.
      Liebe Grüße
      Ines

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    1. Ja, das ist schwierig. Heute ist man wohl der Meinung, dass es eine Kombination aus Erbanlagen und Erlebtem ist. Wer als Kind direkt oder indirekt vermittelt bekommen hat, er/sie sei wertlos, kann sein Leben lang mit solchen Gefühlen kämpfen. Ich hoffe, Du hattest therapeutisch genug Gelegenheit, Deine innere Stimme, die Dich runterputzt, zumindest zu hinterfragen…
      Liebe Grüße
      Ines

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