Selbstportrait. Ein zweites.

Selbst am Mittwoch, 06.04.2022, Nr. 2. Bleistifte auf Silberburg Büttenpapier Format A4. © Ines Udelnow

Eine weitere Bleistiftzeichnung entstand gestern, während ich, wie so oft, darüber nachdachte, was viele von uns umtreibt.

Butscha. Ich habe mich bemüht, mir möglichst keine Bilder anzuzusehen. Nachrichtensperre für die Augen. Dennoch. Bilder entstehen im Kopf.

Fünf Wochen seit Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine.

Im Donbass – Krieg bereits seit acht Jahren.

Und an so vielen Orten der Welt ebenso. Hunger, Folter, Gewalt. Gräueltaten, die menschliche Wesen anderen Menschen antun.

Es ist das unfassbare Glück unserer Generation, aufgewachsen im Nachkriegsdeutschland diesseits und jenseits der Mauer, dass wir — sosehr wir es auch versuchen mögen —, dennoch nicht die geringste Vorstellung davon zu haben, was Leben und Alltag in einem Kriegsgebiet wirklich bedeuten. Es ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit, dass das so bleibt.

Mit der Tochter waren wir am Dienstag im Kino, sahen Sergei Loznitsas Filmwerk „Donbass“ aus dem Jahr 2018, der angesichts des Krieges in einem kleinen Berliner Kino wieder aufgeführt wurde. Am Ende des Films öffnete sich uns die Kinotür und wir traten wieder hinaus in ein Leben in Licht und Frieden. Für die Protagonistinnen und Protagonisten des Films – sowohl fiktive Figuren als auch realen Personen nachempfunden – gab es hingegen keinen hoffnungsvollen Ausblick in eine Zukunft.

https://www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer-streaming/donbass-2018

https://taz.de/Sergei-Loznitsa-ueber-seinen-Film-Donbass/!5529242/

Еще один карандашный рисунок был сделан вчера, когда я размышляла, как это часто бывает, о том, что волнует многих из нас.

Бутша. Я старалась по возможности не смотреть на фотографии. Новостное затемнение для глаз. Тем не менее. В сознании возникают образы.

Пять недель с начала агрессивной войны России против Украины.

На Донбассе – война уже восемь лет.

И во многих других местах в мире. Голод, пытки, насилие. Зверства, которые люди совершают по отношению к другим людям.

Невероятное везение нашего поколения, выросшего в послевоенной Германии по обе стороны Стены, заключается в том, что мы – как бы мы ни старались – до сих пор не имеем ни малейшего представления о том, что на самом деле означает жизнь и повседневная рутина в зоне военных действий. Это ни в коем случае не является само собой разумеющимся.

С дочерью мы ходили в кино во вторник, посмотрели киноработу Сергея Лозницы 2018 года „Донбасс“, которую в связи с войной снова показали в маленьком берлинском кинотеатре. В конце фильма дверь кинотеатра открылась для нас, и мы снова вышли в жизнь света и покоя. Однако для главных героев фильма – как вымышленных персонажей, так и основанных на них реальных людей – не было никакой надежды на будущее.

Переведено с помощью http://www.DeepL.com/Translator (бесплатная версия)

Another pencil drawing was made yesterday while I was thinking, as I often do, about what is on the minds of many of us.

Butscha. I made an effort not to look at any pictures if possible. News blackout for the eyes. Nevertheless. Images form in the mind.

Five weeks since the beginning of Russia’s war of aggression on Ukraine.

In the Donbass – war already for eight years.

And in so many places in the world as well. Hunger, torture, violence. Atrocities that human beings inflict on other human beings.

It is the inconceivable luck of our generation, raised in post-war Germany on both sides of the Wall, that we — try as we might — still do not have the slightest idea of what life and everyday life in a war zone really mean. It is by no means a matter of course that this remains the case.

With the daughter, we went to the cinema on Tuesday, saw Sergei Loznitsa’s 2018 film work „Donbass“, which was shown again in a small Berlin cinema in view of the war. At the end of the film, the cinema door opened for us and we stepped out again into a life of light and peace. For the protagonists of the film, however – both fictional characters and real people based on them – there was no hopeful outlook into a future.

Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Autor: Ines Udelnow

Portraitzeichnungen, Zeichnungen aus der Natur und Naturfotografie

3 thoughts

  1. Liebe Ines, ich hätte dir jetzt natürlich eine Mail schreiben können, aber das wollte ich dann doch nicht.
    Du kannst dir ja vorstellen, dass ich auch immer und immer grüble, wie es weiter gehen soll. Da habe ich diesen Artikel gelesen:
    https://lopadistory.com/2022/04/06/lugen-und-angst/
    Wenn du ihn bitte auch lesen könntest – dann würde ich dich einfach fragen, ob bei dir auch Zweifel an der allgemeinen Berichterstattung aufkommen. – Du hättest ja vielleicht sogar die Chance, die Worte oder die Rede des Bürgermeisters der Stadt zu verstehen, die nicht mehr aus den Schlagzeilen kommt.
    Wenn nicht alles so schrecklich wäre, würde ich jetzt einfach einen trinken und ins Bett gehen.
    Lieben Gruß zu dir

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Clara,
      Gerne lese ich den verlinkten Beitrag, aber nachher ganz in Ruhe. Vielleicht antworte ich Dir dann, auch in Ruhe, per E-Mail. Das finde ich für mich einfacher als einen schnell getippten Kommentar.
      Liebe Grüße und bis später
      Ines

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