Kategorie: soziale Angst
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Fliegen

Inzwischen ist es so, dass es für mich nicht mehr ganz so anstrengend ist, in den Räumen der Ergotherapiepraxis zu sein. Ich bin zweimal wöchentlich dort, jeweils zur selben Zeit und meist in Anwesenheit eines mir inzwischen bekannten (wenn auch nicht vertrauten) PatientInnen- und TherapeutInnenkreises. Ich komme zur festgelegten Zeit, weiß inzwischen, wo…
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In Pankow zur Fête de la Musique
Das war er also, der längste Tag des Jahres, Sommeranfang, Sommersonnenwende. Von nun an werden die Nächte wieder länger und länger … und länger. In Berlin wie auch in vielen anderen Städten Europas wurde gestern wieder das Fest der Musik gefeiert, die Fête de la Musique, bei dem überall in der Stadt Musiker für lau…
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Gefängnismauern, Trübsal und dann Rhododendrenblüten
Der heutige Tag war sehr durchwachsen. Mittags hatte ich einen Termin, mir ein „Offenes Atelier“ anzusehen, in dem psychisch kranke PatientInnen sich treffen, zusammen kreativ sein, sich austauschen und in sicherem Rahmen miteinander sprechen können. Das hatte ich mir als nächsten Schritt zur Rückkehr in einen wie auch immer gestalteten Alltag, in dem ich…
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Spielerei und Prüfung
Eine kleine flinke Kritzelspielerei unterwegs, für mich vor allem eine bestandene Prüfung im Sichtbarsein und Zeichnen im Öffentlichen Raum. Die Straße des 17. Juni, die von der Siegessäule zum Brandenburger Tor führt, ist schon seit Tagen gesperrt. Mich stört das nicht – ich bin meist mit dem Fahrrad unterwegs und nicht auf das Auto…
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Aus meinem Skizzenbuch 11
Üben, üben üben!, heißt es. Ich bin sehr froh darüber, dass ich schon länger kein Problem mehr damit habe, in der Öffentlichkeit zu zeichnen. Das bedeutet mir einen beträchtlichen Gewinn an Lebensqualität. Mit einer großen Staffelei mitten im Zentrum der Aufmerksamkeit zu sitzen, wäre sicher noch zuviel. Doch in Wartezimmern, Parks, Straßenbahn und U-Bahn kritzelnd über meinem Skizzenbuch…
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Bitte klingeln!
Zumindest, was den Lebensmitteleinkauf betrifft, komme ich normalerweise im Alltag ohne Hilfe zurecht. Natürlich sollte das Geschäft nicht zu klein und familiär sein (damit ich zwischen anderen Menschen untergehen kann), aber auch nicht zu laut, riesig und unübersichtlich. Es sollte möglichst ausgeschlossen sein, dass mir bekannte Menschen begegnen und ich vor die Wahl…
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Mut am Sonntag
Auch diese Woche kann ich stolz auf meine „Leistung“ am Sonntag sein. Wieso setze ich das Wort „Leistung“ in Anführungsstriche? Es ist, vor dem Hintergrund der Schwere des depressiven und phobischen Schubs, den ich hinter mir habe, schon eine riesige Leistung, sonntags durch den vollen Mauerpark zu laufen. Ich gehe anonym in der Masse unter,…
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Klandern
Wenn ich morgens aufstehe, bin ich eigentlich noch ganz gut beisammen, aber je näher ich der Klinik komme, um so mehr übernimmt das unreife Kind in mir die Kontrolle. Das „unreife Kind“ ist ein Terminus, den meine Therapeutin vorgeschlagen hat, denn eigentlich hätte ich das Kind „böse“, „ungezogen“, „trotzig“ genannt. Um das Kind in mir…
