Schlagwort: Angst
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Zweite Blüte
Als ich heute durch den Tiergarten fuhr, leuchteten mir vereinzelte weiße Rhododendrenblüten entgegen. Merkwürdig, dachte ich und fürchtete sofort, die Pflanzen seien durch den nassen Sommer durcheinander gekommen und würden nun ihre Blüten für den nächsten Mai bereits jetzt verpulvern. Bei verschiedenen Online-Gartenratgebern fand ich Beruhigung. Eine Nachblüte komme bei manchen Arten gelegentlich…
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Groth statt Grün – Zeilenendes Fotoprojekt 6

Das Zeilenende hatte ja vor einem Monat zu einem neuen gemeinsamen Fotoprojekt aufgerufen – zwölf Monate lang sollte jeweils am letzten Sonntag des Monats eine Momentaufnahme eines selbstgewählten Motivs präsentiert werden. Ich hatte mich ganz spontan zur Dokumentation der Veränderungen auf der Groth-Baustelle am Berliner Mauerpark entschlossen und in meinem letzten Beitrag dazu ein einzelnes…
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Mut zur Veränderung

Gerda Kazakou (https://gerdakazakou.com) gab mir heute in ihrem Kommentar den letzten Stups, Layout und Headerbild meines Blogs anzupassen. Ich hatte bereits länger schon darüber nachgedacht, dass das düstere Schwarz im Hintergrund und das traurige Gesicht im Headerbild, nicht mehr ganz zu mir passen und auch mit Clara (https://chh150845.wordpress.com) hatte ich vor Wochen schon einmal…
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Turmfalke in der Stadt
Heute am Morgen – lautes Kreischen und hektisches Flügelschlagen durchdringt meinen Hinterhof. Aufgeregte Elstern schimpfen. Etwas großes Dunkles landet im Hof. Ich traue meinen Augen nicht: es ist ein Turmfalke! Mitten in der Großstadt, auf meinem Hof, gerade einmal zehn Meter von mir entfernt. Zuerst sah ich es nicht, doch dann bewegte es sich…
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Gefängnismauern, Trübsal und dann Rhododendrenblüten
Der heutige Tag war sehr durchwachsen. Mittags hatte ich einen Termin, mir ein „Offenes Atelier“ anzusehen, in dem psychisch kranke PatientInnen sich treffen, zusammen kreativ sein, sich austauschen und in sicherem Rahmen miteinander sprechen können. Das hatte ich mir als nächsten Schritt zur Rückkehr in einen wie auch immer gestalteten Alltag, in dem ich…
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Bitte klingeln!
Zumindest, was den Lebensmitteleinkauf betrifft, komme ich normalerweise im Alltag ohne Hilfe zurecht. Natürlich sollte das Geschäft nicht zu klein und familiär sein (damit ich zwischen anderen Menschen untergehen kann), aber auch nicht zu laut, riesig und unübersichtlich. Es sollte möglichst ausgeschlossen sein, dass mir bekannte Menschen begegnen und ich vor die Wahl…
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Klandern
Wenn ich morgens aufstehe, bin ich eigentlich noch ganz gut beisammen, aber je näher ich der Klinik komme, um so mehr übernimmt das unreife Kind in mir die Kontrolle. Das „unreife Kind“ ist ein Terminus, den meine Therapeutin vorgeschlagen hat, denn eigentlich hätte ich das Kind „böse“, „ungezogen“, „trotzig“ genannt. Um das Kind in mir…
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An Tagen wie diesen …
… an denen mich morgens mein tablettenaufgedunsenes Gesicht anglotzt, … die Hose über den ehemaligen Läuferinnenbeinen spannt, … die nasse Kälte unter die Kleider zieht, … die Wolken tief hängen … und sich die Dunkelheit tagsüber nie verzieht, glaubt die Stimme des inneren Monsters endlich wieder Oberwasser zu haben: „Dieses ganze Achtsamkeitsgedöns, sieh dich an, sieh, wie wie…
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Betreuer
Ein eventueller Betreuer, Rechtsanwalt, empfohlen vom Amt für Betreuung, hat mich heute Nachmittag besucht und sich mir vorgestellt. Ein älterer Herr, nett, kompetent, durchsetzungsfähig. Vertrauenswürdig. Ich fand den Gedanken lange Zeit absurd, mir bei Dingen helfen zu lesen, zu denen ich intellektuell theoretisch eigentlich in der Lage wäre – ich war zu Unizeiten in der…
