Aus der Hölle hinein ins Paradies 

Ja, ich gebe es zu. Dieser Vergleich ist sicher übertrieben, spiegelt aber dennoch einen Teil meiner Gefühle beim Stationswechsel wieder.

Es ist ruhig, niemand schreit, kreischt, knallt mit den Türen. Ich kann mich innerhalb sowie außerhalb meines Zimmers angstfrei bewegen, niemand bedrängt mich. Das Zimmer ist die Luxusvariante des früheren: niemandes unsaubere riechende Kleidung liegt auf dem Boden, es ist hell, hohe Wände, warm, selbst die Möbel sind schöner, heller, gemütlicher. Die Tür klappert nicht bei jeder Bewegung innerhalb und außerhalb des Zimmers. Die Schwestern stellen sich den Patienten vor, alles wird erklärt. 

Ich habe noch nicht allzu viele Termine, weiß noch nicht, wie viel mir die Therapien bringen werden. Aber die äußeren Bedingungen zur Genesung sind da. Ich habe das Gefühl: hier habe ich eine Chance, hier kann ich mich sicher fühlen.

 Alle, die hier sind, sind aus freien Stücken hergekommen. Wollen die Therapien, wollen selbst an sich arbeiten. Niemand läuft mit einem Gong durch die Zimmer und treibt die Menschen zu etwas an, das sie nicht wollen.

Es fällt eine solche Last von meinen Schultern. Auch mein Freund kann sich entspannen, der die letzten zwei Wochen unter dauerhafter Anspannung stand, für mich bei Pflegekräften und Ärztin einzustehen, als ich selbst mich wehrlos fühlte. 

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Autor: Ines Udelnow

Portraitzeichnungen, Zeichnungen aus der Natur und Naturfotografie

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