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Aus der Hölle hinein ins Paradies
Ja, ich gebe es zu. Dieser Vergleich ist sicher übertrieben, spiegelt aber dennoch einen Teil meiner Gefühle beim Stationswechsel wieder. Es ist ruhig, niemand schreit, kreischt, knallt mit den Türen. Ich kann mich innerhalb sowie außerhalb meines Zimmers angstfrei bewegen, niemand bedrängt mich. Das Zimmer ist die Luxusvariante des früheren: niemandes unsaubere riechende Kleidung liegt…
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Menüüberarbeitung
Ich habe die Zeit an meinem PC heute Nachmittag zu Hause genutzt und das Menü meiner Seite ein wenig angepasst, meine Bilder aus den Blogbeiträgen (auch einige „neue“ aus meinem „Archiv“) und auch die Gedichte noch einmal unter den Menüpunkten „Bilder“ und „dunkle Lyrik“ veröffentlicht. Die anfängliche kleinklein- und die spätere Großkleinschreibung habe ich noch nicht…
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Zwischen den Stationen
Endlich habe ich die Akutstation für die Härtefälle hinter mir. Ich bin erleichtert. Ich fühle mich aber auch unwohl bei dem Gedanken, dass einzig ich das Privileg habe, auf eine ruhigere Station zu kommen, andere aber bleiben müssen. Womit habe ich diese Besserstellung verdient? Bin ich arrogant, dass ich nicht den Patientinnen und Patienten meiner…
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Geflohen
Nach einem weiteren Vorkommnis auf meiner Station, in meinem Zimmer, habe ich endgültig die Nerven verloren. Mein Freund hat mit meiner behandelnden Ärztin vereinbart, dass ich bis Donnerstag auf meiner alten Station Tagespatientin sein darf (also zu Hause übernachten). Am Donnerstag werde ich auf die neue Station verlegt, die wesentlich ruhiger ist und die auch…
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Lektion 3 – Über Leben in der Psychiatrie
Allein auf der Geschlossenen: Wehrlosigkeit macht wütend. Wut killt Angst und Hemmung. In die Enge getriebene leise Menschen können schreien. Schreien macht unglaubwürdig – reiht Dich ein in die Schar der angeblich Irren, die niemals ernst genommen werden. Hüte also Deine Zunge.
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Lektion 2 – Über Leben in der Psychiatrie
Wenn Du auf der Geschlossenen bist: Du brauchst jemanden „draußen“, der sich um Dich sorgt, der dem Klinikpersonal klar macht, dass da jemand ist, der sich für Dich einsetzt. Allein, in einer psychisch instabilen Lage, bist Du im Zweifelsfalle machtlos, wehrlos, hilflos klein. Wehe dem, der ohne selbstbewusste Freunde in der Welt da draußen ist.
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Gegen Herrn W.
Leider kein Scherzgedicht Sozialarbeiter an der Macht Hat mich um meinen Schlaf gebracht. Mich zwacken, zwicken fiese Schmerzen Und Groll liegt tief in meinem Herzen. Was bildet sich der Knilch denn ein? Dass heilen kann mich er allein? Mit seinem Spieleangebot?!? Ich fass es nicht. Ich sehe rot. Da kommt der herzensdumme Mann Mit wehn’dem…
