30 Tage – 30 Bäume. Eibe, Buche, Riesenmammutbaum

Baum 09 fotografierte ich am Montag im schneeverwehten Tiergarten. Ich muss gestehen, dass ich den Baum vor Ort nicht zweifelsfrei identifizieren konnte und brach – vorsichtig – ein kleines Zweiglein ab, um die Baumnadeln und deren Anordnung zu Hause in Ruhe betrachten und zeichnen zu können. Ich hatte es geahnt, aber doch nicht so ganz richtig geglaubt – Baum 09, den ich für Antjes Zeichenprojekt malte, stellte sich als die giftige aber vogelbeliebte Eibe heraus, der ich bisher fälschlicherweise unterstellt hatte, nur als mehrstämmiger eher niedriger Strauch zu wachsen. Diverse Naturlexika sowie das obligatorische Online-Lexikon Wikipedia belehrten mich des Gegenteils. Nun ist mein Blick eibengeschult und auf meinem heutigen Rundgang im Humboldthain sah ich überall Eiben in diversen Wuchsformen – als Baum, als Strauch, als Busch…

Zeichnung: Fineliner und Aquarellbuntstifte auf Silberburg-Büttenpapier A4

Baum 10 wurde eine stolze und graziös geformte Buche, eine kleine Bleistiftskizze „zur Entspannung“ nach der etwas intensiveren Eibenrecherche.

Zeichnung: Bleistift auf Skizzenpapier, A4

Mit Baum 11 bin ich dem Projekt um einen Tag voraus, was ich aber nicht schlimm finde. Morgen bin ich den ganzen Tag unterwegs und für den Abend steht ja dann wieder eine Portraitzeichnung an; dann werde ich also baumpausieren. Bei Baum 11 handelt es sich – Trommelwirbel – um einen Riesenmammutbaum, der in seiner ursprünglichen Heimat Kaliformien an die hundert Meter hoch werden und dessen Stamm einen gigantischen Umfang erreichen kann. Dass sie in Europa als Parkbäume gepflanzt wurden, war mir bisher neu. Im Humboldthain stehen wohl insgesamt sieben Mammutbäume und übrigens wurden sie auch im Tiergarten gepflanzt. Dort werde ich dann morgen meine Augen aufsperren.

Zeichnung: Kugelschreiber und Buntstifte auf grau-braunem Zeichenkarton, A4

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Der Einfachheit halber verlinke ich hier nur zu den jeweiligen Einträgen bei Wikipedia. Über die Literatur- und Linkliste könnt Ihr Euch dann bei Interesse selbst durchs WWW hangeln.

https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Eibe

https://de.wikipedia.org/wiki/Rotbuche

https://de.wikipedia.org/wiki/Riesenmammutbaum

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Näheres zum 30-Tage-Baum-Projekt bei Antje Gilland von Blog Lichtgeschichten: „30 Tage Bäume malen – bist Du dabei?“ (>>KLICK<<)

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Autor: Leinwandartistin

Im Umbruch. Mit Pinsel, Zeichenstift und Fotoapparat auf der Suche nach mir selbst und einem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

8 thoughts

  1. Tolle Idee und man lernt gleich was dabei. Mit manchen Bäumen / Sträuchern tue ich mich echt schwer, ich bezeichne mich auch gerne als Rindenblöd ;-) Manchmal stehe ich vor einem winterlichen Baum und habe nicht die geringste Ahnung, was das ist. Schön, deine Zeichnungen und ich bewundere deine Geduld dafür. Für Baumzeichnungen muß ich tiefenentspannt sein, sonst ist mir das zu frickelig ;-) Hinterher hast du eine schöne Sammlung!

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    1. Ja, gelernt habe ich in den letzten Tagen schon eine ganze Menge. Manchmal versuche ich bei den Winterbäumen mir Adleraugen nach hängengebliebenen trockenen Blättern zu gucken, teils bringt es mich auf die richtige Spur. Manchmal merke ich mir einfach nur den fraglichen Baum und warte auf die ersten Blätter im Frühling. Na, der Februar hat noch ein paar Tage und mal sehen, welche Erkenntnisse sich mir noch auftun.
      Liebe Grüße
      Ines

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      1. So denke ich auch manchmal, nur finde ich die Bäume dann nicht unbedingt wieder ;-) Muß ja auch nicht in Streß ausarten. Irgendwann stolpert man woanders drüber. Auf jeden Fall schön, deine Baumskizzen! LG Almuth

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  2. Die Riesen in Kalifornien sind so unglaublich wundervoll. Ich bin sehr traurig, dass wir unsere letzte Reise dahin kanzeln mußten und auch jetzt keine Aussicht auf Reise besteht. Aber, es gibt Schlimmeres. Die restlichen Wälder dort, besonders die an der Küste mit den Redwoods sind unglaublich schön. Deine Zeichnungen auch. Kann man sich kaum vorstellen, dass die ersten (Europäer) Siedler damals 95 % der uralten Wälder vernichtet haben, gerade mal 5 % konnten noch erhalten werden, in letzter MInute sozusagen.
    LG MAren

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    1. Liebe Maren, ja, ich habe gestern auch darüber noch einmal gelesen und Fotos gesehen und habe mir nicht vorstellen können, wie die Menschen damals so —…es fällt mir kein Wort dafür ein…— sein konnten, diese riesigen unglaublich alten schönen Bäume zu einem Großteil zu fällen.
      Es würde mich ja auch mal reizen, dorthin zu reisen und diese alten Bäume zu sehen; das muss ein überwältigendes Gefühl sein …
      Liebe Grüße
      Ines

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      1. Es ist ein Wow Effekt, z.B. die Avenue of the Giants in Nordkalifornien zu befahren und zu wandern in den Redwood State Parks bei Crescent City. Es ist in der Tat 95 % der Waldbestände dort abgeholzt worden, es gibt entsprechende Museen dort in den Nationalparks, die darüber offen informieren. Auch Europäer tun sich ja auch heute noch schwer mit dem Umweltschutz, man sollte es nicht glauben.

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